Umgang mit herausforderndem Verhalten

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Herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz

Ausgestattet mit dem Wissen über herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz können pflegende Angehörige effektiv Vorsorgemaßnamen treffen und somit vielen Gefährdungen vorbeugen.

Das herausfordernde Verhalten von Menschen mit Demenz wirkt sich bei den pflegenden Angehörigen oft in Form starker psychischer Belastung aus. Es erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Kreativität, um auf diese Situationen angemessen reagieren zu können. Deshalb ist es notwendig, Ihnen dafür spezielle Informationen zum Umgang mit aufforderndem Verhalten zu geben (das frühere „herausfordernde Verhalten“ wird nach dem neuen Expertenstandard als „aufforderndes Verhalten“ bezeichnet).

Das können Sie tun:

„Nicht situationsgerechtes Verhalten“
  • Nehmen Sie eine Bebilderung oder Beschriftung bestimmter Räume vor (Badezimmer, Toilette). 
  • Sichern Sie die Stromversorgung und Steckdosen

Schließen Sie giftige Substanzen ein: 

  • Putzmittel 
  • Medikamente
  • Pflanzen  (z.B. Alpenveilchen, Amaryllis; nähere Informationen unter www.botanikus.de)

Unruhe als Anzeichnen erkennen. 

  • Merken Sie sich die Zeiten, wann Ihr Angehöriger zur Toilette muss. 
  • Begleiten Sie die Toilettengänge Ihres Angehörigen.

Nichterkennen von Gegenständen: 

  • Wenn nötig, erklären Sie die Gegenstände 
  • Reichen Sie die Materialien, Gegenstände an (z.B. das Toilettenpapier in die Hand geben und zum Gesäß führen) 
  • Zeigen Sie die Benutzung des Gegenstandes (z.B. die Toilettenbürste in die Hand nehmen und die Toilette reinigen)

Unruhe als Anzeichnen erkennen.

  • Merken Sie sich die Zeiten, wann Ihr Angehöriger zur Toilette muss 
  • Bleiben Sie ruhig - Gelassenheit (gehen Sie aus der Situation erst raus: holen Sie tief Luft...zählen Sie bis zehn...) 
  • Begleiten Sie die Toilettengänge Ihres Angehörigen

In sehr gravierenden Situationen wie zum Beispiel Kotschmieren an der Wand benutzen Sie Hilfsmittel wie etwa einen Ganzkörperanzug.

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Pflegeperson

Diese Darstellung erhebt nicht den Anspruch auf  Vollständigkeit.
 Diese Tabelle soll Ihnen einen Großteil der Ursachen, die zu Gefährdungen  bei der häuslichen Pflege führen, aufzeigen und Maßnahmen angeben, wie Sie den  Gefährdungen vorbeugen und sich davor schützen können.

Gefährdungen, die durch nicht sachgemäße Ausstattung der Pflegeperson  entstehen können.

Ursachen

Gefährdungen

Maßnahmen

Zu weite Kleidung

Hängen bleiben

Folge:
Stürzen, Stolpern

Lockere, nicht zu weite Kleidung

Zu lange und zu weite Ärmel

Hängen bleiben

Übertragung von Krankheitserregern/Infektionsgefahr

Ärmellänge bis zum Handknöchel, Ärmelweite bis Faustgröße

Zu lange Hosen, Kleider und Röcke

Stolpern

Stürzen

Länge bis ca. Fußknöchel

Ungeeignetes Schuhwerk

Stolpern

Stürzen

Übertragung von Krankheitserregern/ Infektionsgefahr

Abwaschbare, gut sitzende (nicht zu enge und nicht zu weite), feste, rutschhemmende, vorn und hinten geschlossene Schuhe

Langes offenes Haar
(an den Haaren ziehen)

An den Haaren gezogen werden

Hängenbleiben

Übertragung von Krankheitserregern

Haare zusammenstecken oder zusammenbinden

Tragen von Schmuck

Hängen bleiben

sich Stechen

Übertragung von Krankheitserregern/
Infektionsgefahr

Schmuck ablegen

Zu lange Fingernägel

Übertragung von Krankheitserregern/
Infektionsgefahr

Einreißen der Fingernägel

Kurz geschnittene Fingernägel


Tätigkeit: Unterstützung nach dem Toilettengang

Ursachen

Gefährdungen

Maßnahmen

Heben und Tragen

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

sich Verheben

Ergonomisches Arbeiten

Benutzen von Hilfsmitteln

Unwissenheit über richtiges Unterstützen beim Aufrichten und Gehen

Stolpern

Stürzen

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

sich Verheben

Fachwissen erwerben, z.B. Pflegekurse besuchen

Nichteinbeziehen und keine oder nur unzureichende Informationsweitergabe an den Pflegedürftigen über die Pflegetätigkeit

sich Verheben

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

Aktivierende Pflege ausführen

Zu heißes Wasser

sich Verbrühen

Heißwassertemperatur auf 45°C begrenzen oder überprüfen

Einhebel-Mischbatterien mit Temperaturbegrenzer und schwenkbarem Auslauf sind empfehlenswert

Hautreaktionen auf Pflege- und Reinigungsmittel

Hautreizungen

Verwendung von hautschonenden Pflege- und Reinigungsmitteln
(pH-neutral)

Verwendung von Stückseifen

Übertragung von Krankheitserregern/Infektionsgefahr

Verwendung von Flüssigseifen aus Spendern

Pflegeperson

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