Umgang mit herausforderndem Verhalten

Küche

Herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz

Ausgestattet mit dem Wissen über herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz können pflegende Angehörige effektiv Vorsorgemaßnamen treffen und somit vielen Gefährdungen vorbeugen.

Das herausfordernde Verhalten von Menschen mit Demenz wirkt sich bei den pflegenden Angehörigen oft in Form starker psychischer Belastung aus. Es erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Kreativität, um in diversen Situationen angemessen zu reagieren. Deshalb ist es notwendig, Ihnen dafür spezielle Informationen zum Umgang mit aufforderndem Verhalten zu geben. (Das frühere „herausfordernde Verhalten“ wird nach dem neuen Expertenstandard als „aufforderndes Verhalten“ beschrieben.)

Aufforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz

Es gibt viele Situationen, die das Zusammenleben mit einem Menschen mit Demenz schwierig machen. Aufgrund der besonderen Verhaltensweisen des Menschen mit Demenz empfinden die pflegenden Angehörigen das Zusammenleben in vielen Fällen als sehr belastend. Doch können durch Information und Verhaltensänderung der pflegenden Angehörigen viele Situationen besser bewältigt werden. Durch vorbeugende Maßnahmen des pflegenden Angehörigen können problematische Situationen oftmals verhindert oder abgemildert werden. Dies führt sowohl für den pflegenden Angehörigen als auch für den Menschen mit Demenz zu mehr Lebensqualität.

Das können Sie tun:

Was tun bei Nichterkennen von Gegenständen?

  • Wenn nötig, erklären Sie die Gegenstände.
  • Zeigen Sie die Benutzung des Gegenstandes (z. B. Glas in die Hand geben und zum Mund führen).
  • Nehmen Sie eine Bebilderung oder Beschriftung bestimmter Räume vor (Badezimmer, Toilette).
  •  Sichern Sie den Herd und bestimmte Schubladen.
  • Sichern Sie die Stromversorgung und Steckdosen.
  • Schließen Sie giftige Substanzen ein: Putzmittel, Medikamente etc.

Was tun bei Beschuldigungen des Menschen mit Demenz?

  • Hinter Beschuldigungen verbergen sich häufig Gefühle wie Angst, Verlust und Trauer.
  • Nehmen Sie es nicht persönlich.
  • Versuchen Sie ruhig und gelassen zu bleiben.
  • Es ist hilfreich, bestimmte Dinge mehrfach zu haben, wie z. B. Schlüssel, Taschentuch, Brille, Geldbörse.

Was tun bei in einer Situation unpassendem Verhalten?

  • Versuchen Sie, die Ursache für das Verhalten zu finden (Biografie).
  • Geben Sie dem Menschen mit Demenz die Möglichkeit, Sie nachzuahmen (z. B. beim Essen).
  • Verbessern Sie Ihren Angehörigen nicht unnötig, respektieren Sie seine Auffassung.
  • Streiten Sie nicht mit dem Erkrankten, wenn er Ihre Erklärungen nicht annimmt.
  • Bleiben Sie ruhig und gelassen (gehen Sie notfalls aus der Situation raus: holen Sie tief Luft und zählen Sie bis zehn).
  • Versuchen Sie, es manchmal mit Humor zu nehmen: gemeinsam zu lachen, entspannt die Situation.


Je mehr sie dem Menschen mit Demenz widersprechen, desto größer ist die Gefahr, dass sich die Situation hochschaukelt.

  • Werden Sie nicht laut und sprechen Sie ruhig.
  • Vermitteln Sie Ruhe.
  • Nehmen Sie unverständliche Dinge einfach hin.
  • Gehen Sie auf die Gefühle ein („Du bist aber ganz schön wütend/zornig! Da kann man auch wütend sein“).
    So nehmen Sie dem Menschen mit Demenz den Wind aus den Segeln.
  • Halten Sie den Menschen mit Demenz nicht gewaltsam fest; lenken Sie ihn ab und erwähnen Sie den Streitpunkt nicht mehr.
  • Setzen Sie Grenzen! („Das möchte ich nicht!“).
Küche

Pflegeperson

Diese Darstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Tabelle soll Ihnen einen Großteil der Ursachen aufzeigen, die zu Gefährdungen bei der häuslichen Pflege führen, und Maßnahmen angeben, wie Sie diesen Gefährdungen vorbeugen und sich davor schützen können.

Gefährdungen, die durch nicht sachgemäße Ausstattung der Pflegeperson entstehen können.

Ursachen

Gefährdungen

Maßnahmen

Zu weite Kleidung

Hängen bleiben

Folge:
Stürzen, Stolpern

Lockere, nicht zu weite Kleidung

Zu lange und zu weite Ärmel

Hängen bleiben

Übertragung von Krankheitserregern/Infektionsgefahr

Ärmellänge bis zum Handknöchel, Ärmelweite bis Faustgröße

Zu lange Hosen, Kleider und Röcke

Stolpern

Stürzen

Länge bis ca. Fußknöchel

Ungeeignetes Schuhwerk

Stolpern

Stürzen

Übertragung von Krankheitserregern/ Infektionsgefahr

Abwaschbare, gut sitzende (nicht zu enge und nicht zu weite), feste, rutschhemmende, vorn und hinten geschlossene Schuhe

Langes offenes Haar
(an den Haaren ziehen)

An den Haaren gezogen werden

Hängenbleiben

Übertragung von Krankheitserregern

Haare zusammenstecken oder zusammenbinden

Tragen von Schmuck

Hängen bleiben

sich Stechen

Übertragung von Krankheitserregern/
Infektionsgefahr

Schmuck ablegen

Zu lange Fingernägel

Übertragung von Krankheitserregern/
Infektionsgefahr

Einreißen der Fingernägel

Kurz geschnittene Fingernägel

Tätigkeit: Unterstützung bei der Mobilität in der Küche

Ursachen

Gefährdungen

Maßnahmen

Der Pflegebedürftige wird beim Aufrichten und Aufstehen nicht mit eingebunden oder erhält nur unzureichend Informationen über die bevorstehende Tätigkeit

sich Verheben

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

Aktivierende Pflege ausführen

Keine Kenntnis davon, wie der Pflegebedürftige beim Aufrichten, Aufstehen und Gehen richtig unterstützt wird, z. B. aus der Küche ins Esszimmer

Stolpern

Stürzen

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

sich Verheben

Fachwissen in Pflegekursen erwerben; wie unterstütze ich richtig beim Gehen? Wie führe ich aktivierende Pflege korrekt aus?

Den pflegebedürftigen Menschen soweit es geht alleine machen lassen! Nur so viel Unterstützung wie nötig geben

Kein ergonomisches (rückenschonendes) Arbeiten

sich Verheben

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

Rückenschonende Arbeitsweisen und den Einsatz von Hebehilfen, Hilfsmitteln usw. in Pflegekursen erlernen

Tätigkeit: Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme am Tisch

Ursachen

Gefährdungen

Maßnahmen

Ungünstige Sitzposition beim Anreichen des Essens

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

sich Verheben

Rückengerechte, angenehme Sitzposition einnehmen

Dem Bedürftigen auf gleicher Höhe mit geradem Rücken gegenübersitzen

Nicht sachgerechtes Anreichen des Essens, z. B., wenn das Essen im Stehen angereicht wird

Zu heiße Kost

Ungeeignetes Essgeschirr und ungeeignete Trinkgefäße (zu flache Teller und normale Kaffeetassen)

sich Verbrühen

sich Verbrennen

Fachwissen über richtige Hilfestellungen beim Anreichen des Essens erwerben

Überprüfen der Nahrung (zu heiß)

Benutzung von speziellem Essgeschirr, z. B. Teller mit hohem Rand und Schnabeltasse bei Bedarf

Ungünstige Sitzposition bei Gesellschaftsspielen

Zwangshaltung

Folge:
Langzeitschäden der Wirbelsäule

Rückengerechte, angenehme Sitzposition einnehmen

Dem Bedürftigen auf gleicher Höhe mit geradem Rücken gegenübersitzen

Pflegeperson

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