Tabelle Badezimmer-Demenz

Tabelle Badezimmer

Diese Darstellung erhebt nicht den Anspruch auf  Vollständigkeit.

Diese Tabelle soll Ihnen einen Großteil der Ursachen, die zu Gefährdungen  bei der häuslichen Pflege führen, aufzeigen und Maßnahmen angeben, wie Sie den  Gefährdungen vorbeugen und sich davor schützen können. 

Ursachen

Gefährdungen für pflegende Angehörige

Maßnahmen

Quellen

Hygieneeimer wird verkannt:
Es kann passieren, dass dieser mit der Toilette verwechselt wird.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Hygieneeimer entfernen

Die Toilettentür wird nicht gefunden (Orientierungslosigkeit):
Dadurch entsteht bei dem Menschen mit Demenz Unruhe, was dazu führen kann, dass er sich einnässt.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Foto mit Abbild der Toilette auf der Außenseite des Badezimmers, auf der Innenseite ein Foto des Flures anbringen

Zu viele Muster oder unruhig gemusterte Fliesen an der Wand:
Innere Unruhe und/oder Wahnvorstellungen können auftreten.

Psychische Belastung

Fliesen mit wenig Muster oder ohne Muster anbringen.

Bei Wahnvorstellungen den Raum verlassen oder das als bedrohlich Wahrgenommene entfernen (paradoxe Intervention)

Waschbecken ohne Klebestreifen am Rand:
Die Begrenzung des Waschbeckens wird nicht erkannt und das Restwasser im Zahnputzbecher oder das Wasser im Mund daneben gekippt bzw. gespuckt.

Der Füllstand wird nicht erkannt und das Wasser läuft über.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Ausrutschen

 

Klebestreifen anbringen

Wasserzufuhr ohne Einhebelarmatur:
Der Mensch mit Demenz kann die Bedienung nicht mehr richtig ausführen (das Wasser abzustellen), das Becken läuft über.

Der Mensch mit Demenz erkennt die Funktionsweise berührungsloser Armaturen oft nicht mehr.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Anbringen eines Wasserflussreglers

Einhebelarmatur

Wasserzufuhr mit einer Mischbatterie, die per Infrarotsender auf Bewegung reagiert

Spiegel bei Verlust der Ich- Identität:
Wahnvorstellungen wegen Nichterkennen im Spiegel

Psychische Belastung

Geschlagen werden

Den Spiegel zuhängen oder entfernen

Validieren (Methode, mit Menschen mit Demenz zu sprechen und sie zu beruhigen)

Desinfektionsmittel am Waschbecken:
Das Desinfektionsmittel wird, aufgrund von Nichterkennen oder Verwechslung, getrunken.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Desinfektionsmittel unzugänglich für den Menschen mit Demenz aufbewahren, z.B. in einem abschließbaren Schrank.

Duschkabine aus Glas bei Verlust der Ich- Identität

Wahnvorstellungen durch Nichterkennen des eigenen Spiegelbildes (Spiegelung im Glas der Duschwand)

Psychische Belastung

Körperlicher Übergriff

Validieren (Methode, mit Menschen mit Demenz zu sprechen und sie zu beruhigen)

Die Duschwand mit einer speziellen Folie bekleben, die eine milchige Optik aufweist (z.B. eine Fensterfolie.)

 

Herumstehende Reinigungsmittel, Medikamente und gefährliche Flüssigkeiten:
Menschen mit Demenz können diese verkennen. Es besteht die Gefahr, dass sie versehentlich eingenommen werden.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Reinigungsmittel, Medikamente und gefährliche Flüssigkeiten wegschließen.

Kein farbiger oder gekennzeichneter Toilettendeckel (bzw. Toilettenbrille)

Nichterkennen der Toilette; dies kann dazu führen, dass Menschen mit Demenz unruhig und/oder wütend werden und sich eventuell einnässen.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Farbiger Toilettendeckel

Farbige Toilettenbrille

Kein farbiges/kontrastreiches Toilettenpapier

Nichterkennen des Toilettenpapiers; dies kann dazu führen, dass Menschen mit Demenz unruhig werden und sich eventuell mit Kot einschmieren.

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Farbiges Toilettenpapier

Geringere Mobilität, Kraft und Gleichgewicht

Psychische Belastung

Körperliche Belastung

Anbringung von Haltegriffen 

Eingeschränktes Temperaturempfinden

Körperliche Belastung

Wasserhahn mit blauer und roter Markierung für heiß und kalt.

Thermostat zur Begrenzung der Wassertemperatur (bis zu 40◦C)

Information

Unser Themenfeld "Demenz" ist nun evidenzbasiert!
In Kooperation mit digiDEM Bayern wurden die Ursachen und Maßnahmen mit wissenschaftlicher Literatur (Quellen) hinterlegt.

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